(Tag 346) Dienstag, 16. Juli 2013: Fallschirmspringen in der Mojave Wüste

Um 9 sind wir aufgestanden, haben uns fertig gemacht und haben in dem Restaurant nebenan gut gefrühstückt. Um 10:50 sollten wir vor dem Ballys Hotel vom Shuttle abgeholt werden, da die ganze Gaudi ca. 30 Minuten außerhalb von Vegas stattfinden wird. Auf dem Weg dorthin wurden uns alle möglichen Formulare ausgehändigt, die wir unterschreiben sollten. Darin stand unter anderem, dass wir eventuell bei der ganzen Sache ums Leben kommen könnten, dass wir die Firma aber für nichts verklagen dürfen, dass wir hiermit unsere legalen Rechte aufgeben etc….das macht ja schon mal viel Mut! :D Naja ich hab einfach unterschrieben, Papa noch auf facebook geschrieben, dass ich jetzt auf dem Weg zum Fallschirmspringen sei und dass ich alle ganz doll lieb hab ;)

An der Flugstation angekommen wurden wir erst mal um $200 erleichtert und warteten dann gespannt, bis die ersten beiden (Ida und Rebecca) wieder zurückgekommen sind. Sie lebten noch hurrei! Jetzt war die Zeit für Celina und mich gekommen. Wir ziehen uns die schicken olivgrünen Jumpsuits (heißen sie deshalb JUMPsuits!?) über und schon geht’s rein in das Mini Flugzeug, mit dem wir gleich hoch hinaus wollen. Chase ist mein Tandempartner und Celina hat auch einen. Bis wir auf 15 000 feet (ca. 4 500 Meter) waren habe ich mich ein bisschen mit Chase unterhalten. Er Hat auch ein Video gemacht und so…
Als wir dann oben waren war die Aussicht schon ziemlich cool! Nichts außer Wüste und Berge überall. Krass. Celina war zuerst dran, dann war auch in an der Reihe. Chase hat mich ganz nah an sich rangeschnallt, wir haben uns an den Rand des Flugzeugs gesetzt (die Tür war schon den ganzen Flug lang offen gewesen), ich musste die Arme vor der Brust überkreuzen und dann haben wir uns kopfüber aus dem Flugzeug fallen lassen.

Das ganze Prozedere hatte er mir davor ganz locker erklärt, aber jetzt war es auf einmal ernst und es war…fantastisch! Wir haben uns ein paar Mal überschlagen, dann hat er mir an die Schulter getippt und ich musste die Arme hoch und auseinander nehmen.

Wir hatten ca. eine halbe Minute freien Fall, aber irgendwann merkt man gar nicht mehr, dass man fällt, irgendwann ist die Situation normal geworden und man genießt nur noch.
Übrigens- je mehr man schreit, desto besser bekommt man Luft. Es hatte also nichts mit Angst zu tun, dass ich mir die Seele aus dem Hals geschrien habe, sondern eher mit purer Lebensfreude.

Dann kam leider auch schon der Ruck zurück in die Realität- der Fallschirm geht auf. Ich durfte meine Schutzbrille abnehmen und erstmal die Aussicht genießen. Puh, das haben wir also schon mal überlebt soweit ;)

WOW es ist unglaublich. Diese Stille und plötzliche Ruhe, die einen umgibt kann man mit nichts vergleichen. Im Grand Canyon war es vielleicht ähnlich…Nur dass man hier in der Luft schwebt und kreist wie ein Vogel. Wunderbar!
Bevor wir gesprungen sind hatte er mich gefragt, ob ich Achterbahnen mag. Da ich mit „Ja, sehr sogar“ geantwortet hatte hat er uns jetzt ein bisschen wild rumgewirbelt was zu Beginn ein sehr lustiges Gefühl war, weil man sich gar nicht wirklich orientieren konnte. Dann ist es mir aber auch irgendwann ein bisschen schlecht geworden (was vielleicht auch an der Nacht davor lag ;))

Insgesamt fühlt man sich aber so zeitlos und frei da oben. Ich habe mich so relaxed gefühlt nach dem Freefall!

Nach ca. 5 Minuten mussten wir uns schon wieder fertig zur Landung machen, ich muss meine Beine nach vorn strecken und Lande sanft auf meinem Hinterteil. Wir haben’s geschafft! Ich habe wieder festen Boden unter den Füßen. Celina und ihr Typ sind ein bisschen abseits gelandet, aber auch bei ihnen ist alles super verlaufen. Ich bedanke mich umarmend bei Chase und wir setzen uns in den Van, von dem wir abgeholt werden.

Tja das war aber noch nicht die ganze Story- auf dem halben Weg zum Flugplatz stirbt auf einmal das Auto ab, weil der Tank leer ist! Wie konnte das denn bitte passieren? Das ätzende daran ist halt, dass es draußen so unglaublich heiß ist mitten in der Wüste und die Klimaanlage ja auch nicht mehr geht…

War aber im Endeffekt auch halb so wild, weil nach ein paar Minuten schon „Rettung“ auf dem Weg war. Wir wechselten in den anderen Van und kamen dann heil, aber immer noch etwas aufgekratzt an dem Gebäude an.

Ich konnte direkt im Anschluss gleich die Bilder und Videos anschauen, die Chase von uns/mir gemacht hatte. Ich hatte spontan beschlossen, heimlich ein paar abzufotografieren, denn ansonsten hätte es nochmal $100 gekostet und dafür, dass ich aussehe wie ein aufgeblasener Frosch, ist es mir das nicht wert ;)

Während wir auf die anderen gewartet haben, haben wir noch beim Fallschirm-Zusammenlegen zugeschaut und waren dann um vier endlich wieder am Hotel. Dort haben wir kurz gechillt, sind danach mit Rebecca und Ida Dinner essen gegangen (im selben Restaurant). Richtig süß: die Bedienung hat uns wiedererkannt und wusste noch, dass Ida keine Tomaten essen kann- deshalb waren heute bei ihr keine auf dem Salat und bei den anderen jeweils zwei, weil sie sie gemocht haben :D

 

Von dort aus sind wir zum Strip gelaufen um uns die Hotels anzuschauen: Ceasar Palace (Hangover hat dort gespielt) ist riesig!! Das komplette untere Stockwerk ist natürlich auch mal wieder ein Casino, wie in allen Hotels hier. Da es draußen so unglaublich heiß war sind wir innendrin weiter zum Bellagio, welches wir ja aber schon gestern gesehen hatten. Allerdings wollten wir uns diesmal die Water Fountain Show nicht entgehen lassen. Es war echt richtig schön und graziös (wenn man den Gedanken an den enormen Wasserverbrauch irgendwie unterdrücken kann).

 

Das „New York New York“ sah von innen aus wie echte New Yorker Straßen mit Shops links und rechts. Ziemlich cool gemacht! Von außen sah es aus wie die komprimierte New Yorker Skyline mit Brooklyn Bridge, Freiheitsstatue und den ganzen berühmten Gebäuden. Außen rum kann man mit einer Achterbahn fahren. Ich glaube dieses war mein Favorit unter den Hotels hier.

 

Von dort aus sind wir über eine Brücke ins Excalibur. Das sieht von außen sowie von innen aus wie eine Burg oder ein Schloss. Danach kam das Luxor: eine Pyramide, die von außen nur schwarz verglast ist. Es steckt aber eine ziemlich krasse Architektur dahinter, wenn man sich das Ganze von innen anschaut…wie so auf dem Kopf stehende Stufen irgendwie. Innen ist hier natürlich alles im ägyptischen Stil eingerichtet.

Als nächstes kamen nur noch THE Hotel und das Mandalay Bay. Die sind beide von außen ganz golden aber da wir sie gestern schon von innen gesehen hatten konnten wir uns das für heute sparen. ;)

Auf dem Rückweg auf der anderen Straßenseite befindet sich das „Paris Paris“ mit Eifelturm und Triumphbogen…ist also alles richtig cool gemacht. Irgendwie kommt es mir so vor wie Disneyland für Erwachsene. Es wirkt absolut nicht wie eine reale Stadt (ich würde sie auch nicht als solche bezeichnen). Zumindest der Las Vegas Blvd. ist auch sehr sauber, um über die Straße zu kommen muss man mit einer Rolltreppe hoch auf einen Übergang fahren, rüberlaufen und wieder mit dem Aufzug runter…das ist ein bisschen ätzend, aber irgendwie lustig.

Thematisch sind alle Hotels in der Wüstenstadt also vollkommen verschieden und abwechslungsreich. Eines haben jedoch alle Hotels in Las Vegas gemeinsam: Tritt man ein findet man sich erst mal in einem Labyrinth aus Casinotischen und Spielautomaten wieder, aus dem man nur mit etwas Glück, Geduld und Geschicklichkeit wieder herausfindet.

 

Um 20 vor 10 waren wir erst im Hotel, haben ein bisschen aufgeräumt, geduscht und sind dann relativ tot ins Bett gefallen.

Der Fallschirmsprung von heute Mittag wirkte schon wieder gar nicht real! Krass….ich bin heute echt aus nem fliegenden Flugzeug gesprungen!

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